Workflow: Adobe Lightroom

Daniel Zihlmann Photography - Fotograf Hochzeit Baby Portrait, Schweiz

Als Fotograf werde ich immer wieder gefragt, womit ich arbeite. Sei es mit welcher Kamera, welchen Objektiven, Computer oder Software. Bei der Software denkt jeder sogleich an Photoshop. Das stimmt natürlich auch.

Aber das Programm Lightroom von Adobe (offizieller Name: Adobe Photoshop Lightroom) stellt für Digitalfotografen zweifellos eine der grössten Innovationen im Software-Bereich in den letzten Jahren dar. Kaufen kann man das Programm seit Ende Januar 2007. Davor war eine Test-Version gratis erhältlich. Mit dem Feedback der Test-Benutzer und dem Input vieler Fotografen wurde schliesslich das fertige Produkt entwickelt. Nach der ersten Version 1.0 erschien im Juni 2007 ein Update auf die Version 1.1, die nicht wie üblich nur Fehlerkorrekturen, sondern auch viele wesentliche Verbesserungen und neue Funktionen (z.B. neue Werkzeuge) enthielt.

Tipp: Wenn man sich ein Buch zu Lightroom kauft, sollte man deshalb unbedingt darauf achten, dass es für Lightroom 1.1 geschrieben wurde und nicht auf Lightroom 1.0 basiert!

Im Gegensatz zu Adobes Photoshop, das ursprünglich für Grafiker gedacht war und dann über die Jahre auch zum Standard für Fotografen weiterentwickelt wurde, hat Adobe mit Lightroom bei Null begonnen und eine Software entwickelt, die erstmals den gesamten digitalen Workflow eines Fotografen abdeckt. Vom Import der Bilder von der Speicherkarte auf den Computer, über den Bildbrowser für die Bildauswahl, Tools zur Bildkorrektur, Konvertierung der RAW-Daten, Slideshows zur Präsentation der Bilder für Kunden, Erstellen von Galerien für die Website bis hin zum Ausdruck der Fotos auf Papier. Für weitergehende Bildretuschen wechselt man zwischendurch zu Adobe Photoshop und danach wieder zurück zu Lightroom. Das Programm ist besonders gut geeignet für Fotografen, die mit sehr grossen Bildmengen arbeiten müssen, z.B. in der Sport oder Event-Fotografie.

Verglichen mit Photoshop CS3 (ab CHF 1400.-) ist Lightroom richtig billig (ab CHF 260.-). Jeder anspruchsvolle Amateur-Fotograf, der etwas mehr aus seinen Digitalfotos machen will, kann es sich leisten. Und sollte es auch. Denn es ist ein absolut unverzichtbares, professionelles Programm für Digitalfotografen. Photoshop braucht man als Digitalfotograf wirklich nur noch zwingend, wenn man Bildretuschen machen muss, wie z.B. Falten abschwächen, störende Objekte entfernen u.a. Je nach Arbeitsbereich und Arbeitsweise wird Photoshop sogar verzichtbar. Es gibt schon Fotografen, die nur noch mit Lightroom arbeiten.

Tipp: Software kaufe ich meist in Englisch und nicht in Deutsch. Dies aus zwei einfachen Gründen:

1. Die englische Version einer Software ist die “Original-Version”. Sie musste also nicht noch extra in eine andere Sprache übersetzt werden. Deshalb ist sie a) billiger und b) kommt sie oft früher heraus als die anderen Sprachversionen. Auch die Updates sind meist für die englischen Versionen zuerst erhältlich und erst Wochen oder gar Monate später für weitere Sprachen. Dies kann in der professionellen Arbeit ein entscheidender Vorteil sein!

2. Das Internet ist eine unendliche Informationsquelle, hier kann man sich gratis weiterbilden. Weil sich in den letzten Jahren Breitband-Internetanschlüsse so stark verbreitet haben, sind die besten Anleitungen nicht mehr geschriebene Tutorials, sondern Videos, die dem Benutzer die Anwendung eines Programmes 1:1 erklären. Besser geht’s nicht. Vieles ist hier natürlich in Englisch: Tutorials auf Websites, Video-Podcasts, Bücher. Also ist es für mich einfacher, das Programm auch gleich in Englisch zu kaufen und zu benutzen, so muss ich nicht immer umdenken.

Mit den Büchern ist es übrigens dasselbe. Oft wird die deutsche Übersetzung erst Monate nach der englischen Originalausgabe veröffentlicht. Solange kann man nicht warten, wenn man eine neue Software lernen will. Also lese ich das Buch lieber gleich auf Englisch.

Hier ein paar Quellen, wenn man sich näher mit Lightroom beschäftigen will:

Website und Video-Podcast:
Adobe Photoshop Lightroom Killer Tips (von Matt Kloskowski)

Blogs:
Lightroom News
Lightroom Journal

Bücher:
Adobe Photoshop Lightroom Book: The Complete Guide for Photographers (von Martin Evening)
The Adobe Lightroom Book for Digital Photographers (von Scott Kelby)

HINWEIS: Will man Lightroom in Englisch auf einem deutschen Windows Computer installieren, muss man folgendes beachten. Die Installationsdatei enthält Lightroom in drei Sprachen (Englisch, Deutsch, Französisch). Während der Installation kann man zwar Englisch, Deutsch oder Französisch auswählen, aber das wirkt sich nur auf die Sprache des Installations-Assistenten aus und hat nichts damit zu tun, in welcher Sprache das Programm später läuft. Je nach den Spracheinstellungen auf dem Computer läuft Lightroom in der entsprechenden Sprache. Dies lässt sich nicht durch Einstellungen im Programm ändern.

Einen Workaround für dieses Problem findet man auf dem Blog von Adobe im Lightroom Journal: Fine Tuning Language

Ich habe lange eine Lösung für dieses Problem gesucht und heute obigen Beitrag gefunden.

Seit Mitte September ist übrigens die Version 1.2 von Lightroom erhältlich. Sie enthält einige Fehlerkorrekturen und unterstützt neue Kameras.

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The installer for Adobe Lightroom is the same for English, German and French, it’s all included in one file. But there’s no possibility to choose which language you want to install (actually there is a language choice but it is only for the language of the installation wizard, it doesn’t affect the language of the program itself when it’s running after you installed it).

Great tip: If you are working on a computer (Windows or Mac) with german or french operating system, but nevertheless want to use Adobe Lightroom in English, check this post on Adobe’s blog Lightroom Journal about a workaround to achieve this: Fine Tuning Language

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